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Urlaubsblog 5: Freitag (nicht Donnerstag…war ich betrunken?)

Heute war wieder Auflugstag. Das heißt, wir mussten wieder voll früh aufstehen. Das ist voll doof und kein Urlaub mehr. Mein Mensch hatte den Wecker heute extra etwas früher gestellt, aber als der geklingelt hat, ist er nicht aufgewacht. Dafür stand ich kerzengrade im Bett, so laut war das.

Mein Mensch und Norberts Menschin hatten also verpennt. Toll. Also noch weniger Zeit zum Frühstücken für Norbert und mich. Aber gut, als wir dann unten im Restaurant angekommen waren, war das schon nicht mehr so schlimm.
Der Reiseleiter im Hotel hatte extra darauf hingewiesen, dass der Bus heute um 8:40 Uhr oben an der Schranke der Hoteleinfahrt abfährt. Darum gingen wir rechtzeitig nach einem schnellen Frühstück (diesmal hat Norbert sich im gehen noch ein Gebäckteilchen vom Buffet stibitzt) zum Tor, wo um 8:38 Uhr ein Bus an uns vorüberrauschte.

Einige Minuten später kam selbiger aber schon wieder zurück und wir konnten einsteigen. Nix mit 20 Minuten Verspätung heute.
Als erstes fuhren wir nach Serik, einem Ort in unmittelbarer Nähe. Dort, so erzählte Kemal, unser Reiseleiter (nicht Reiseführer, auch kein Buch), würden wir einen Markt besuchen – ein Markt, wie ihn Einheimische zum Einkaufen nutzen. Gefahren wurden wir übrigens von einem echten Schumacher. Hassan Schumacher…

Auf dem Weg zum Markt erzählte Kemal einiges Interessante über die Türkei insgesamt und die Region und auch die Regierung kriegte ein bisschen ihr Fett weg. Damit hätte ich jetzt ja nicht gerechnet – aber es kam ziemlich authentisch rüber.
Auf dem Markt selber gab es alles, was man zum Leben braucht. Obst, Gemüse, Süßigkeiten, eingelegtes Gemüse, Trockenfrüchte, Nüsse, lebende Hühner, tote Fische, Teppiche, Haushaltswaren, Kleidung für Groß und Klein, Spielzeug…

Kemal hat ein Radieschen mitgebracht, dass er einmal durch die Reihen des Busses gehen ließ. Sehr höflich, diese türkischen Radieschen – und ganz schön groß.

 

Nach 45 Minuten auf dem Markt trafen wir uns alle wieder und alle schauten neugierig, was in der Einkaufstüte von Norberts Menschin drin war. Es waren (unglaublich kitschige) Mokkatassen und eine kleine kupferne Mokka-Kanne. Als wir schon alle im Bus saßen und gerade loswollten, kam das letzte Pärchen angelaufen. Offensichtlich hatten die Beiden sich schon an die übliche Unpünktlichkeit gewöhnt. Unser Reiseleiter hat die Beiden schon als Schwund abgetan, er meinte, dass 10% Schwund immer drin sind…

Nach dem Marktbesuch ging es dann weiter in die Berge, die sich kurz hinter der Küste erheben. Schon auf dem Weg bot sich uns ein tolles Panorama und nach etlichen Kilometern auf mehr oder weniger gut ausgebaute Straßen hielten wir an einem Stausee. Dort gab es für uns eine kleine Erfrischung, bestehend aus einer Kirschsaft-Schorle und einer Toilettenpause

Pausen-Schorle

Pausen-Schorle

Nach der Pause ging es dann weiter und wir bogen bald von der Hauptstrasse ab. Der Bus schlängelte sich über kleinste Straßen mit steilen Abgründen, scharfen Kurven und anständigen Steigungen in ein kleines Dorf. Dort wurde uns nicht nur die Lebensweise der Menschen ausserhalb der Landwirtschafts- und Tourismusgebiete gezeigt. Obwohl die Menschen dort nicht viel haben, wurden wir zum Tee eingeladen und haben die Pause genutzt, einen wirklich atemberaubenden Blick auf die Berge und den Stausee zu genießen.

Danach ging es zurück zu unserem ersten Pausenplatz. Dort gab es dann gegrillte Forelle mit Salat (der in einer kleinen Kochshow von unserem Reiseleiter live vor Ort zubereitet wurde). Lecker lecker…

Vollgefuttert ging es dann mit dem Bus weiter in ein Dorf in der Nähe. Dort hatten wir die Gelegenheit bekommen, eine Moschee von innen zu besichtigen – und wir durften sogar fotografieren. Das sah schon sehr interessant aus, bunt und hell und gar nicht düster und bedrohlich, wie manche Kirche.
Für die Frauen, die keine Tücher hatten, um ihre Haare zu bedecken (was man alleine aus Respekt vor den Gebräuchen schon tun sollte), gab es sogar Leih-Tücher. Dummerweise hat eine der Damen aus dem Bus das erst geschnallt, als sie nach mehreren dezenten und einem ganz deutlichen Hinweis direkt aufgefordert wurde, eines der Tücher zu benutzen.
Die Gute war aber auch den Rest der Reise etwas verpeilt (oder einfach nur strohdoof) – aber dazu später mehr.

Von der Moschee ging es weiter mit dem Bus in einen Naturpark. Und was war das für ein herrlicher Park! es gab eine wilde, scheinbar in den blanken Stein gehauene Treppenlanschaft, umrandet von alten knorrigen Bäumen,bunter Flora und unzähligen kleinen Rinnsalen und Wasserbecken. Dazu bot uns der Park zwei wunderschöne Wasserfälle. einer war so groß, dass man sogar in einen dahinter liegenden Spalt gehen konnte. Das war wirklich sehr schön.
Ein paar Worte zur türkischen Fauna. Hier tummeln sich vor allem Ziegen, Schafe und Katzen. Unfassbar viele Katzen. Aber die sind alle auch unheimlich süß und Norberts Menschin muss sich dauernd zusammenreißen, damit keine der kleinen Fellbeutel in ihrer Tasche landet und versehentlich mit nach Hause fliegt. Was aber auch wirklich lustig ist, sind die Enten hier. Die sind nämlich doppelt so lang wie bei uns. Also nicht genau doppelt, aber, also es sieht ein wenig so aus, als hätte die Ente noch eine andere Ente im Hintern. Urkomisch. Norbert musste so doll Lachen, das hallte im ganzen Park.

Nach einer schweißtreibenden Runde durch den Park (sooooo viele Treppen. Ächz.) ging es dann mit dem Bus zurück nach Antalya, wo wir den obligatorischen Besuch beim üblichen Lederwarenfabrikanten… Moment mal, den kennen wir doch schon?
Richtig, wir wurden ins gleiche Geschäft wie vor zwei Tagen gekarrt. Dort bekamen wir die absolut gleiche Modenschau mit dem immer noch unlustigen (und entweder völlig zugekifften oder weggebotoxten) Modelmädchen, das die gleichen Kleider mit dem gleichen Gesichtsausdruck vorführte und dem gleichen überkrassem Checker-Modeljungen, der diesmal extra coole Moves auspackte, um die gleichen hässlichen Jacken zu zeigen wie vor zwei Tagen. Diesmal hielten sich unsere Menschen nicht mehr zurück und lachten laut los und applaudierten sogar. Wie peinlich…

Besser als Mittwoch war allerdings die Begrüßung. Die wurde nämlich von Mustafa gemacht, der deutlich sympathischer war, als der Typ vom Mittwoch.
Unsere Menschen gingen ziemlich schnell wieder raus und schauten dem Verkehr auf der Hauptstraße zu, während Norbert und ich ein bisschen rumhingen. Nachdem alle wieder (mehr oder weniger schwer bepackt) aus dem Laden herausgekommen (und zwischenzeitlich noch einmal wie die Nix-merk-Tante aus der Moschee wieder reingegangen und noch mal rausgekommen) waren, ging es endlich wieder zurück ins Hotel.

Kurz vor dem Ziel gab es dann doch noch einmal etwas Verwirrung, weil ein Zubringerbus nicht da war, aber da hat uns unser Fahrer einfach selber zum Hotel gebracht. Nach einer Runde im Pool und unter der Dusche ging es dann zum Abendessen (immer wieder genial, besonders die Nachtisch-Ecke) und in die Hotelbar. Hier hat Norberts Menschin beim Bingo fürchterlich abgeräumt: Essen im à la carte-Restaurant des Hotels, Massagegutschein, ein Cocktail, Kaffee, ein toller kuscheliger Schal und eine Flasche Rotwein.
Glück muss man haben.

Morgen wird wieder ein ruhiger Tag am Strand oder so. Hoffe ich. Ich will nämlich ausschlafen – und Norbert bestimmt auch. Und das, obwohl der fast die ganze Busfahrt gepennt hat. Ich hab ihn nämlich schnarchen gehört…

Über den Autor

Anton Meise

6 Beine, 2 Fühler und 2 neugierige Augen. Unterwegs mit Nobelix - oder auch nicht.

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