Mrz 24

Betonkloppen

Die letzten zwei Tage waren ganz schön anstrengend, sag ich euch. Wie der Titel es schon sagt, ging es dieses Mal richtig rund.

Vor ein paar Tagen war mein Mensch (und Norberts Menschin) bei seinem Bruder zu Besuch. Der wohnt mittlerweile eine ganze Ecke weg, aber wir hatten ihn nach dem Einzug noch nicht besucht. Da bot sich das Wochenende mit schönem Wetter geradezu an. Im Rahmen eines Gartenrundganges (klingt geil, oder?) sagte der Bruder von meinem Menschen zu einer 1 m x 2,5 m großen Betonplatte „Die muss noch weg“ und mein Mensch sagte leichtsinnigerweise „Jo klar, sach ma Bescheid, dann helf ich.“

Gestern war der Bruder vom Menschen dann in der Firma und sagte, er hätte schon mal einen Abbruchhammer klar gemacht. Wir bräuchten ihn nur noch abholen und herkommen – und dann würden wir der Betonplatte zu Leibe rücken. Der Chef (und Vater vom Menschen) sagte spontan auch noch zu und so ging es nach Feierabend los. Erst zum Baumarkt, wo wir den geliehenen Abbruchhammer abholen sollten – da hätte ich mich ja so richtig austoben können, bis zum Bagger war da alles was man sich wünschen kann – und dann weiter zum Bruder.

Nach einer Stunde im Auto habe ich mal vorsichtig aus der Tasche geschaut und sah nur die Straße und ganz schön viel Land. Und Pferde. Und Rinder. Und Ställe. Das war WIRKLICH weit draußen, so wie es aussah. Kurz darauf kamen wir aber auch schon an, luden aus und legten los.
Dummerweise wollte die Betonplatte nicht so einfach aufgeben und setzte uns allen mächtig zu, so dass wir nach 2 Stunden (als es schon fast ganz dunkel war) gerade einmal knapp 50 cm der Platte weggehauen hatten. Und dabei war der erste Meißel (ein Flachmeißel) schon komplett rund geworden.
Erstaunlicherweise war die Platte auch nicht 20 cm dick, wie der Bruder vorher gesagt hatte, sondern an den dünnen Stellen fast 40 cm stark. Was für eine Plackerei.

Auf dem Rückweg beschlossen mein Mensch und sein Chef, dass wir am nächsten Morgen wieder herkommen sollten, denn allein würde der Bruder vom Menschen ja bis nach Ostern brauchen, bis der Kram endlich weg ist. Aber erstmal war Feierabend und ich genoss eine Runde Bauch kraulen und Rücken massieren mit Kranarm. Unheimlich toll, sowas – das kann ich nur empfehlen.

Heute früh ging es dann mit meinem Menschen erst kurz ins Büro und dann weiter zum Bruder. Da ging es dann gleich wieder Rund.

Heute konnte ich endlich mithelfen – und was soll ich sagen: Wenn eine Ameise etwas anpackt, dann gelingt es auch. Wir hatten echt einen guten Lauf und Schwups war die Betonplatte nach etwas über einer Stunde komplett zerlegt.

Dann mussten wir nur noch die Brocken wegfahren. Zum Glück gab es in der Nähe (Haha, 20 Minuten mit dem Auto entfernt) eine Sandkuhle, wo Bauschutt angenommen und zu Baustoffen verarbeitet wurde. Nachdem wir die ersten drei Schubkarren mit Steinen auf dem Anhänger untergebracht hatten, sagte mein Mensch „Der ist voll!“
So ein Spinner…da war der Boden noch nicht einmal ganz bedeckt. Tzes…

Gut, er hatte schon Recht, denn der Anhänger lag schon ganz schön tief in den Federn und quietschte beim Fahren schon ein bisschen. Also bei jeder Bodenwelle…
Nachdem wir den Schutt abgeladen hatten und auf dem Rückweg wegen einer Baustelle einen halbstündigen Umweg fahren mussten, gab es erstmal Mittagessen. Nudelauflauf. Das war vielleicht leeeecker, sag ich euch. Mein Mensch hat zwei Portionen gegessen und ich hätte fast noch die Schale ausgeschleckt. Nomnomnom!

Nach dem Essen haben wir noch zwei Anhänger voll Schutt weggebracht und dann bin ich mit meinem Menschen wieder nach Hause gefahren. Naja, erstmal haben wir den Abbruchhammer wieder weggebracht (und ich hätte es fast geschafft, eine Runde mit dem Bagger über den Parkplatz zu drehen, aber der Verleiher war einfach zu aufmerksam…) und dann sind wir nach Hause gefahren.

Da gab es erst einmal eine heiße Dusche und eine schicke Panzerpolitur für mich und dann nur noch das bequeme Sofa (von dem ich mich noch einmal zum Schreiben hochgerappelt hab!). Ich glaube, bald werd ich auch ins Bett gehen…

Hinterher - ich hab ja fast mit einem Zombie gerechnet.

Hinterher – ich hab ja fast mit einem Zombie gerechnet.

 

Kommentar? Ja, klar!