Nov 25

Der Keller-Fall 11

Als wir vor dem Haus von Jäger ankamen, stand dort schon ein Streifenwagen vor der Tür. An der Motorhaube lehnte eine blonde Frau, Mitte 20, in Uniform. Ihr blonder Pferdeschwanz fiel gerade über den Kragen hinweg. Auf dem Dach des Streifenwagens saß eine rote Drachendame und schaute aufmerksam in der Gegend herum. Sie entdeckte uns als erstes und flog gleich auf Farfried zu. Noch in der Luft umarmte sie ihn innig. Anscheinend hatten die Beiden sich länger nicht gesehen. Kurz darauf hatten wir den Streifenwagen erreicht.

„Felicia, das sind Anton und Nobelix. Anton ist der in der Tasche und Nobelix der mit den wallenden Haaren.“ Damit spielte Farfried wieder einmal auf die nicht vorhandene Frisur von Nobelix an.

„Immerhin wallt der Bart“ ergänzte dieser und nickte der Drachendame zu. Ich war inzwischen aus der Tasche ausgestiegen und war auf den Streifenwagen übergestiegen.

„Julia. Julia Westermann“, die blonde Frau lächelte und streckte eine Hand in Richtung von Nobelix aus. „Ich bin die – naja, wie soll ich es sagen – Mitbewohnerin von Felicia.

„Ich kenne das“, erwiderte Nobelix lachend. „Sie bezeichnen mich als ‘ihren’ Menschen, aber ich glaube, ich bin auch eher ein Mitbewohner. Ich bin Nobelix und sowas wie der amtierende Archivar des Amtes.“

„Ich weiß“, lächelte Julia. „Feli hat es mir alles erzählt. Allerdings erst heute.“ Sie blickte kurz zu der roten Drachendame hinüber, die aber schon in ein lebhaftes Gespräch mit Farfried verwickelt war.

„Ich habe es mir schon gedacht. Manchmal frage ich mich ja, ob ich nicht doch nur eine Art besserer Dosenöffner bin. Aber selbst das kriegen sie hin“ meinte Nobelix und stellte die Umhängetasche auf der Motorhaube ab.

„Und du musst Anton sein. Ich habe schon von dir gehört!“ Julia sah mich lächelnd an und ich grinste breit zurück.

„Stimmt, der bin ich. Wir haben da mal was an Papieren mitgebracht.“ Ich reichte die Mappe mit den Ausdrucken rüber und sie blätterte sie durch. Mit jeder Seite stiegen ihre Augenbrauen weiter in die Höhe und am Ende pfiff sie leise durch die Zähne.

„Ich wusste wohl, dass da etwas passiert sein muss. Sonst hätte Feli nicht um meine Hilfe gebeten. Aber dass es so schlimm ist, hätte ich nicht erwartet. Ich würde sagen, wir sprechen mal mit diesem Herrn Jäger. Feli, Jungs, ihr wartet bitte im Wagen. Aber macht mir keinen Unfug!“

Wie auf Kommando erscholl ein dreistimmiges „Och Menno!“ und Nobelix und Julia hatten echt Mühe, nicht laut loszulachen. Das konnte man deutlich sehen. Und so verzogen wir uns in den Streifenwagen, während die beiden Menschen sich auf den Weg zum ehemaligen Heizer machten. Wir vertrieben uns die Zeit mit Berichten über unsere Arbeit und machten erstaunliche Entdeckungen, wo sich noch überall Tiere in den Behörden herumtrieben. Dabei erfuhren wir beinahe nebenbei, dass Felicia und Julia so etwas wie die Spezialisten für alle Fälle waren, bei denen Viecher wir wir auf irgendeine Art und Weise betroffen waren. Sogar ihre Chefs bei der Polizei wussten über uns Bescheid.

Es dauerte gar nicht mal so lange, da kamen beide zurück. Sie wurden begleitet von einem älteren Herren, der sichtlich mitgenommen aussah.

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