Dez 09

Das verlorene Mixtape 1

Nachdem wir die Akten des Keller-Falles geschlossen hatten, verleibten wir uns erst zu Hause ein kleines, leichtes Abendbrot ein und überlegten, wie wir diesen Abend verbringen wollten. Da das Wetter gut war und es schon ziemlich warm war, beschlossen wir, den Tag gemütlich am Wasser ausklingen zu lassen und so gingen wir zum nahen Baggersee und genossen den Sonnenuntergang.

Ab und zu ließ einer mal einen Stein flitschen. Plitsch-plitsch-plitsch-plitsch. Ein Vierer, gar nicht schlecht. Ab und zu machte es auch mal „Plointsch“ statt „plitsch“ – dann war der Stein zu groß. Dabei schauten wir den Steinen hinterher und sinnierten über das Leben und unsere neue Arbeit.

Plötzlich kippte Farfried kreischend hinter den Baumstamm, auf dem wir saßen. Auch Anton hatte sich ziemlich schnell unsichtbar gemacht und während ich noch blöd dreinschaute, baute sich vor mir ein…tja Mensch kann man nicht sagen, Lebewesen auch nicht…also sagen wir eine Art Gespenst auf. Es schaute mich an und sprach:

„Du hast eine Mission: finde das verlorene Mixtape! Dann spiel es hier ab, damit wir Party machen können. Sonst spuken wir hier rum und ärgern die Leute.“

Dann machte es „Ploff“ und das Wesen war verschwunden. Nachdem wieder nur noch das Rauschen des Windes zu hören war, kam ein etwas hohl und dumpf klingendes „Krass alter“ aus dem Baumstamm. Offensichtlich hatte Farfried ein Astloch gefunden und alles beobachten können. Tja nun, der Pegel war ausreichend hoch und der Abend war lau, also machten wir uns auf die Suche nach dem verlorenen Mixtape.

Freundlicherweise hatte das partywütige Gespenst eine Art Zettel verloren – auf dem, wie sollte es auch anders sein, eine Art Hinweis stand: „Sucht Frans Holland. Er weiß, wo das verlorene Mixtape zu finden ist.“ Na toll. Da standen wir nun, mit einem Namen, einem Haufen Motivation und ohne Ahnung. Da wir nun nicht unbedingt alles zu Fuß absuchen wollten, machten wir uns auf den Weg zur nächsten Bushaltestelle.

Leider kam es genau in dieser Zeit zu einer riesigen Baustelle, die den Stadtteil quasi genau in der Mitte zerspaltete. Davon waren auch die Busse betroffen und so landeten wir an einer improvisierten Endhaltestelle. Leider war dort nicht nur die Haltestelle sondern auch die Fahrbahnbreite gerade einmal improvisiert, so dass die Busse echt Probleme hatten, ihren breiten Gelenk-Arsch zu wenden.

Wir stiegen also in den bereitstehenden Bus und kaum das wir saßen, grabbelte Anton schon das Handy aus meiner Hosentasche (es ist echt nicht lustig, wenn eine AMEISE einem das Handy aus der Tasche ziehen will…). Er startete die bekannte Suchmaschine Insektoogle und begann wie blöd, Namen und Begriffe in das Suchfeld einzugeben. Also er versuchte es jedenfalls, denn in dem Moment fuhr der Bus an.

Geleitet von einem neuartigen Abstands-Mess-System, ließ der Fahrer sein Hundertmanntaxi anrollen und (da sonst niemand im Bus war und es deswegen ziemlich ruhig war) hörten wir das beruhigende „Passt noch, fahr ruhig, passt noch, fahr ruhig“ des Wende-Assistenten.

Leider meinte auch die Oma, die ihren Hackenporsche mit einem echten 911er verwechselte und kurz vor dem Bus die Straße passieren wollte, dass das noch passt. Tat es natürlich nicht. Das Abstands-Mess-System im Bus erkannte aber natürlich sofort die drohende Gefahr für den teuren Perleffektlack des Busses

und schaltete auf höchste Warnstufe um.

Also um genau zu sein, es schaltete sofort in den Hysterie-Modus und kreischte „Stopp! Halt! Stopp! Halt!“ in einer Lautstärke, die fast die Scheiben des Busses zersplittern ließ.

Das verlorene Mixtape 2 >>

Kommentar? Ja, klar!