Feb 10

Walpurgisnacht 12

Ein Stunde später wurde es dann doch ein bisschen langweilig. Die Berichte waren geschrieben, die Teilchen waren vernichtet und der Kaffeerest wurde langsam ziemlich kalt. Selbst Norbert verabschiedete sich wieder nach Hause und so beschlossen wir, nach einer Runde durch das Viertel und über den Osterdeich doch noch zum Café Sand zu fahren.

Damit es nicht ganz so langweilig werden würde, schafften wir es tatsächlich, uns alle in ein Auto zu quetschen. Also…naja, quetschen ist nun auch nicht so ganz richtig. Wir sind ja klein genug, um genug Platz auf der Rücksitzbank zu haben – trotz der zusätzlichen Einbauten dort.

Während Julia und Nobelix noch darum knobelten, wer fahren würde, machten Farfried, Felicia und ich es uns auf der Rückbank einigermaßen bequem. Wer auch immer die Knobel-Runde verlor (mittlerweile waren die beiden beim „Best of seven“-Modus angelangt), würde zur Strafe auch noch das Funken übernehmen.

Kurz darauf ging es dann auch schon los. Nobelix hatte am Ende und nach zehn unentschiedenen Runden Schnick-Schnack-Schnuck freiwillig den Beifahrersitz übernommen und langsam fuhren wir über den Osterdeich. Auf der anderen Weserseite brannte der große Haufen immer noch lodernd und erleuchtete (und verräucherte) die Weser und am Deich auf dieser Seite saßen noch erstaunlich viele Menschen.

Auch, als wir über den Wall in Richtung Theater fuhren, war es ruhiger als erwartet. Es waren zwar viele Menschen unterwegs und gelegentlich huschte auch das eine oder andere größere Tier durch die Schatten, aber es blieb entspannt. Auf den Bühnen in den Wallanlagen, vor dem Theater und am Ulrichsplatz spielten mittlerweile auch schon die ersten Bands und durch die offenen Seitenscheiben konnten wir die Musik schon ganz gut mitbekommen – und wenn man einmal von der einen oder anderen alkoholbedingten Prügelei absah, war es erstaunlich ruhig.

Wieder am Osterdeich angekommen drehten wir zurück in Richtung Innenstadt und fuhren dieses Mal über die Weser direkt zum Café Sand. Auch hier dröhnte Musik von der Bühne zum Wasser hinaus und es tanzten und feierten die Menschen. Neben den üblichen Bier- und Grillwagen gab es hier auch speziellere Verkaufsstände, wie zum Beispiel Dave’s Drachenbowle („Das heißeste Zeug neben Lava“), Heidis Hexenzauber („Von Kräutern bis Kessel, hier gibt es alles!“) oder Bernds Besenwerkstatt („Borsten bei Bernd blitzsauber boliert“) und noch einige mehr.

Nachdem wir hier die eine oder andere Runde über das Festgelände gedreht hatten, machten wir uns schließlich wieder auf den Weg zum Auto zurück. Inzwischen war es auch schon komplett dunkel und bis zum angekündigten Feuerwerk war es nicht mehr lange hin. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, aber auch weit genug entfernt sein, um es auch wirklich alles mitzukriegen (und nicht noch in drei Tagen einen steifen Nacken zu haben).

Wir fuhren wieder in Richtung Osterdeich und fanden zwischen Fähranleger und Sielwall sogar einen Parkplatz. Wie praktisch.

Kaum hatten wir den Motor ausgestellt, ging es auf der anderen Weserseite auch schon los und wir genossen ein fantastisches Feuerwerk. Leider nicht all zu lange, denn kaum waren die ersten Raketen im Nachthimmel verblasst, ging es im Funk auf einmal wieder rund.

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