Aus dem Büro: Sag mal, was machst du eigentlich genau?

Hallo Ameisenhaufen!
Es ist kaum zu glauben, aber ihr habt es so gewollt. Ich werde hier gelegentlich (wahrscheinlich nicht so regelmäßig, wie mir entsprechende Situationen vor die Füße fallen) aus dem Leben im Büro berichten. Los geht es mit dem heutigen Beitrag und der Frage:

Sag mal, was machst du eigentlich genau im Büro?

Ich hole dazu mal etwas weiter aus.
Wer uns (also dem Menschen und mir) auf Twitter folgt, weiß, dass wir vor gut 4 Jahren aus einem kleinen Unternehmen in den öffentlichen Dienst gewechselt sind. Ursprünglich waren wir in einem Bereich tätig der sich „Fachkoordination Verwaltung“ nannte. Klingt nach einem dicken Brett, war aber am Ende einfach nur eine Stabsstelle in einem der Ämter. Hier sollten alle Fäden der allgemeinen Verwaltung aller Bereiche des Amtes zusammenlaufen. Ich verrate euch was: das hat selten geklappt.

In den drei Jahren dort wichen Enthusiasmus und Aktivismus am Ende einer gewissen Lethargie. Das kam nicht zuletzt auch durch eine Vorgesetzte, die absolut keine Ahnung von dem hatte, was sie tat. UNd außerdem passte die Chemie irgendwie einfach nicht. Dazu kam das übliche „heute Hü, morgen Hott“ von Behörden: was an einem Tag noch gut war, war am nächsten Tag plötzlich Tod und Teufel persönlich. Leider wurden diese Änderungen selten sinnvoll kommuniziert und irgendwann ließ die Motivation zur Arbeit erheblich nach.
Aber eines schönen Tages war dann doch wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen, denn wir wurden angesprochen. Es hieß plötzlich „Schick mal ne Bewerbung, wir haben da ne Stelle ausgeschrieben“. Gesagt, getan, eine Bewerbung war schnell geschrieben. Nach kaum zwei Wochen kam ein Anruf und es hieß „Wir würden Sie gern kennenlernen“.

So schnell kann es gehen!

Der Termin zum Vorstellungsgespräch war so gelegt, dass wir uns in der Mittagspause aus dem Büro abmelden konnten. Unauffällig, denn dort wusste niemand von der Bewerbung. Schon am Montag kam dann ein erneuter Anruf und es hieß, man könne sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen. Tschakka! Jetzt mussten wir das nur noch irgendwie der Dienststelle verkaufen, aber leider kam die Leitung der neuen Stelle uns da zuvor.
Natürlich gab es Ärger als unsere Vorgesetzte mitbekam, dass wir kurzfristig die Dienststelle verlassen würden. Da war das schnippische „Ich gratulier‘ auch zur neuen Stelle“ noch harmlos. Aber gut, ein Ende war absehbar und vier Wochen später ging es in der neuen Dienststelle los.

Die Aufgabe dort lautet ganz einfach: Geld eintreiben, denn das neue Büro gehört zur Vollstreckungsstelle.

Die Vollstreckungsstelle macht das für Geldforderungen von kommunalen Behörden, was die Gerichtsvollzieher für privatrechtliche Forderungen machen: sie treiben Gelder bei. So nennt man es jedenfalls im Behördendeutsch.
Öffentlich-rechtliche Forderungen werden im Rahmen der sogenannten Verwaltungsvollstreckung beigetrieben. Das geht von nicht bezahlten Strafzetteln, Verwaltungsgebühren, über Steuern (fast) aller Art bis zu Forderungen von anderen kommunalen Stellen. Dazu gehören in unserem Fall zum Beispiel die städtischen Grünpflegebetriebe (hauptsächlich als Betreiber der Friedhöfe), Feuerwehr und Rettungsdienst (die hier städtische Aufgabe sind), Abwassergebühren – und (manchmal leider) auch die Forderungen des ARD ZDF Deutschlandradio-Beitragsservices.

Insgesamt landet so eine ziemliche Bandbreite an Fällen auf dem Schreibtisch – und das in ziemlicher Menge. Es wird also nicht langweilig. Und wie die Verwaltungsvollstreckung vor sich geht, das erzähle ich im nächsten Beitrag.

Solltet ihr Fragen hierzu haben, stellt diese gerne unten in den Kommentaren, schickt sie dem Menschen per E-Mail oder fragt uns auf Twitter.

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